Zurück zu den Meldungen

Langwedel-Holtebüttel, 12.09.2018

Blicke in den Untergrund DEA plant seismische Messungen

Die DEA Deutsche Erdoel AG plant im Januar/Februar 2019 seismische Messungen in den vier Landkreisen Verden/Aller, Osterholz, Rotenburg/Wümme und Diepholz. Diese Messungen sollen das bereits bestehende Modell des geologischen Untergrundes durch bislang fehlende Details ergänzen. Dann können vorhandene Erdgaspotenziale weitaus besser als heute bewertet, unnötige Bohrungen vermieden und in der Folge die Belastungen von Mensch und Natur weiter minimiert werden.

Bei den geplanten Messungen senden so genannte "Vibro-Trucks“, die sich im Messgebiet überwiegend auf öffentlichen Straßen und Wegen bewegen, kurzzeitig Schallwellen in die Tiefe. Spezielle Erdmikrofone (Geophone) zeichnen die von den Schichten im Untergrund reflektierten Wellen auf. Die kabellosen Geophone werden vor den Messungen am Rande der von den "Vibro-Trucks“ genutzten Fahrtrouten in den Boden gesteckt und nach der Messung wieder eingesammelt. Prinzipiell funktioniert das Verfahren wie eine medizinische Ultraschalluntersuchung beziehungsweise wie ein in der Schifffahrt eingesetztes Echolot.

Gemessen werden soll in der Regel tagsüber von Montag bis Samstag auf insgesamt acht Messlinien, die durchschnittlich knapp 14 Kilometer lang sind. Auf diesen Linien arbeiten sich sowohl die „Vibro-Trucks“ als auch deren Begleitfahrzeuge - ähnlich einer Wanderbaustelle - mit kurzen Zwischenstopps langsam voran.

Während der Zwischenstopps erzeugen an der Unterseite der Spezialfahrzeuge angebrachte, hydraulisch betriebene Vibrationsplatten die benötigten Schallwellen. Dadurch entstehen vor Ort zum einen deutlich wahrnehmbare Motorengeräusche. Zum anderen können - je nach Bodenbeschaffenheit - in der unmittelbaren Nähe der Fahrzeuge leichte Vibrationen an der Oberfläche zu spüren sein.

DEA weist an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass bei allen Arbeiten und Messungen die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände und -maßnahmen eingehalten, überwacht und dokumentiert werden.

Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme wird DEA während der Arbeiten vor Ort moderne Schwingungsmessgeräte nach DIN 4150 einsetzen. Sobald sich die „Vibro-Trucks“ Häusern nähern, werden diese Geräte an den Gebäuden aufgestellt. Die hochempfindlichen Sensoren registrieren lückenlos die unmittelbar an den Häusern ankommenden Schwingungen und zeichnen sie auf. Sollten sich die gemessenen Schwingungen den zulässigen Grenzwerten nähern, wird die Messung vor Ort sofort gestoppt und an anderer Stelle fortgesetzt.

In den zurückliegenden Jahren hat DEA rund ein Dutzend seismische Messungen ohne Zwischenfälle durchgeführt. Das Unternehmen verfügt auch darum über einen großen Erfahrungsschatz im Umgang mit dieser Technologie.

Zur Vorbereitung der Arbeiten vor Ort wurde durch ein Forschungsinstitut in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden bereits ein so genannter „Umweltfachbeitrag“ erstellt. In diesem umfangreichen Dokument sind alle potentiellen Beeinträchtigungen der Umwelt zusammengestellt. Darauf aufbauend hat DEA konkrete Maßnahmen ausgearbeitet, um negative Einflüsse auf die Umwelt zu vermeiden beziehungsweise um diese so gering wie möglich zu halten. Zusätzlich werden die Feldarbeiten durch eine/n Ökologen/in begleitet.

Die grundsätzliche Erlaubnis für die Aufsuchungsarbeiten im Messgebiet hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) der DEA unter den Aktenzeichen B 01001-I „Erlaubnisfeld Unterweser“ sowie B 11001-I „Erlaubnisfeld Werder“ erteilt.

Den für die geplanten seismischen Messungen notwendigen Hauptbetriebsplan reicht DEA in diesen Tagen zur Genehmigung beim LBEG ein. Das LBEG beteiligt dann auch die „Träger öffentlicher Belange“ (zuständige Behörden der Kreise und Gemeinden) am Verfahren.

Parallel zum behördlichen Genehmigungsverfahren holen Mitarbeiter eines von DEA beauftragten Unternehmens bei Ämtern sowie privaten Grundeigentümern in den kommenden Wochen individuelle Erlaubnisse ein, damit einzelne Straßen, Wege und Flächen für die Messungen betreten bzw. befahren werden dürfen.

Anwohnerinnen und Anwohner entlang der acht Messlinien, betroffene Kreis- und Gemeindeverwaltungen sowie die Medien der Region werden von DEA zeitgerecht informiert, wenn feststeht, wo und wann genau die seismischen Messungen stattfinden.

Zurück zu den Meldungen